4.2.2019 Resümee vor dem Wochenende der letzten Chancen

Kann es ein Berufstätiger zur Nordischen-Ski-WM in Seefeld schaffen?
Nein, so muss ‒ auch wenn beim Europacup in Planica noch die letzten Chancen warten ‒ realistischerweise gesagt werden: Dieses Ziel haben wir als Team vermutlich verfehlt!

Seit Anfang April arbeiten wir daran, wir waren zu zweit, zu dritt, ab dem Spätsommer zu fünft. Wir haben organisiert, trainiert, wir haben ein Buch geschrieben, haben es zurück in den Europacup geschafft und am Ende aus eigener Kraft sogar für gutes Skimaterial gesorgt!

Manche werden sagen, es war von Anfang an unmöglich. Doch das sagten viele auch über all das, was wir trotzdem geschafft haben: Noch nie, und noch nie in so kurzer Zeit, wurde über öffentliches Crowdfunding ein Saisonbudget für einen Hochleistungssportler auf die Beine gestellt. Noch nie war ein sportliches Ziel so unabdingbar mit einer Debatte darüber verbunden, mit einer Debatte über den Hochleistungssport selbst. Noch nie zuvor hat ein Sportler so offen über sich im Profisport gesprochen wie Johannes Dürr.

So realistisch wir vom Hochleistungssport selbst erzählen wollten ‒ ob in unseren Postings hier, den Einträgen auf profil, den Vor-Veröffentlichungen auf Volltext, ob in Interviews, öffentlichen Stellungnahmen oder privat beantworteten Fragen, und auf ganz besondere Weise in unserem Buch ‒ Beweggrund war immer allein die Liebe zum Sport selbst. Eine Liebe, die es wie jede Liebe erfordert, dass man ihr offen begegnet. Gerade dort, wo sie gefährdet ist, wo das Schweigen zu Hause ist.

Im Sport, dort wo er anhand der Unglaublichkeit der gebotenen Leistungen die größte öffentliche Bann- und Strahlkraft entwickelt, trägt das Schweigen den Namen Doping. Hier wird gerade von jenen, deren Leben selbst der Sport ist, weggesehen, verdrängt, verniedlicht, verschwiegen. Das zu durchbrechen, und dies nicht von der Couch, aus der sicheren Distanz, sondern indem man sich mitten in die Irrealitäten des Hochleistungssport noch einmal hineinwagt, war unser Wagnis, unsere Herausforderung und unser Ziel!

Wir ahnten, wie anstrengend dies sein würde. Wir wussten, wie angreifbar es uns machte. Denn Bedingung dafür, die heißen Eisen des Sports anzugreifen, so offen wie möglich, ist es stets, sich selbst durch absolute Offenheit angreifbar zu machen.

Nur ansatzweise lässt sich bemessen, wie viel Kraft das gebraucht hat, wie viel es jetzt braucht, wie sehr sie woanders gefehlt hat. Doch als Team wissen wir, dass wir nicht nachlassen werden. Wir werden offen bleiben, aus Liebe zum Sport. Dort, wo es glücklich macht wie dort, wo es weh tut!
So werden wir kommendes Wochenende voller Optimismus und voller Träume zum Europacup nach Planica anreisen. Und so werden wir voll Begeisterung zur Weltmeisterschaft nach Seefeld fahren ‒ als Team Dürr, und mit aller Kraft und und allem Mitfiebern die ÖSV-Langlauf-Staffel anfeuern:

Am 1. März 2019 – Kommt auch, begleitet uns und erzählt es weiter!!

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